Release Information 1998

Estampie: Materia Mystica

Studio-Album

Mit einer Hommage an Hildegard von Bingen setzt das Münchner Ensemble ESTAMPIE wieder einen völlig unerwarteten Schritt in eine neue Richtung und betritt damit ein in dieser Weise noch nie begangenes Terrain.

Schon immer war ESTAMPIE für Überraschungen gut und sorgte mit seinen mühelosen Sprüngen zwischen den Musikstilen in den verschiedenen Lagern immer wieder für Aufsehen.

Begonnen hat das Ensemble als konventionelles „Alte Musik-Ensemble“, das mit viel Wissen um Instrumente und Spielweisen sich auf dem Feld der Frühen (mittelalterlichen) Musik betätigte - stets um die „authentische Aufführungspraxis“ bemüht. Doch eben diese Praxis kann sich - so zeigte die Erfahrung - nur auf die spätere, ausnotierte Musik beziehen.

Für das Mittelalter kann der Begriff schon nicht mehr angewendet werden, weil diese Musik aus der Improvisation entspringt. Mittelalterliche Musik eignet sich dagegen so gut wie keine andere zur Begegnung mit anderen Musikstilen und zu spartenübergreifenden Projekten mit Tanz, Theater und bildenden Künsten.

Das erste Ergebnis dieses neuen Ansatzes auf CD ist die Bearbeitung des Mysterienspieles „Ludus Danielis“ aus dem 13. Jahrhundert. Im Vordergrund stand hier nicht mehr die „Authentizität“, sondern das Streben nach einer Umsetzung der Dramatik, die diesem Mysterienspiel innewohnt. Der nächste Schritt folgte mit dem Album „Crusaders“ - einer Zusammenstellung von mittelalterlicher Musik, die sich mit der Thematik der Kreuzzüge auseinandersetzt. Hierfür nahm sich ESTAMPIE einen Produzenten aus der Popmusikszene und kreierte mit diesem zusammen einen völlig neuen „Sound“, der keine Rücksichten auf eine „eventuelle Authentizität“ nahm.

Das Ensemble ESTAMPIE würde aber seinen Prinzipien untreu, wenn es, einmal angekommen, bei diesem Stil bliebe. Mit der vorliegenden neuesten Produktion „Materia Mystica“ wendet es sich im Jubiläumsjahr 1998 Hildegard von Bingen zu. Zu den überlieferten Texten und Melodien der Mystikerin komponierte ESTAMPIE „Neue Musik“, die sich am ehesten mit Minimal Music, Weltmusik oder Arvo Pärt vergleichen läßt.

Wieder war es ein Gesamtkonzept, zusammengesetzt aus verschiedenen Sparten, das angestrebt wurde.

Am 6. und 7. März 1998 wurde dann in der Reithalle München die Performance der Bewegungs-, Raum- und Videokünstler von SLOT A LOT mit der Musik von ESTAMPIE uraufgeführt. Im Zentrum stehen Visionen der Hildegard von Bingen zu den vier Elementen, umgesetzt in Neue Musik und natürlich - typisch ESTAMPIE - auf alten Instrumenten.


Titel-Liste:
  • Luft/Air: Ego sum dulcis conspectrix, O vivens vita / Qui sunt hi, O antiqui sancti, Aer enim volat Kyrie / Geblendet
  • Erde/Earth: O quam amara, O laudabilis mater / O ignis spiritus / Werd als ein Kind
  • Wasser/Water: Ego caritas, O dilectissime flos / O clarissima mater / Tränen / Perlen
  • Feuer/Fire: Ich- die höchste feurige Kraft, Ego victoria

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