Helium Vola
Omnis Mundi Creatura

Ideen, Einfälle, Abenteuerlust

Den Multiinstrumentalisten Ernst Horn kennen wir als eine Hälfte von Deine Lakaien und als ehemaliges Mitglied der genialen Qntal.

Zu den Lakaien muß man sicherlich nicht viel sagen, sie sind das Paradestück ihres Labels Chrom Records, und sie sind charterfahren und erfolgsverwöhnt. Qntal, mit ihrer Mischung aus modernster Elektronik, mittelalterlichem Instrumentarium und der wundervollen Stimme von Sigrid Hausen sind ähnlich bekannt, ihre Alben mit den spröden Titeln Qntal 1 und Qntal 2 gehören zum absoluten Pflichtprogramm des Wavepublikums mit Hang zum Mediävalen.

Und dann gibt es da noch Ernsts programmatische Soloprojekte The Skies Over Baghdad und Johnny Bumm’s Wake, die ich für seine stärksten Leistungen halte.

Ernst Horns neues Projekt nennt sich Helium Vola, und hier ist die CD-Single Omnis Mundi Creatura, der erste Vorbote auf das kommende Album, das für den Herbst geplant ist. Die von der renommierten Sängerin (speziell für mittelalterliche Musik) Sabine Lutzenberger, mit Unterstützung von Gerlinde Sämann, Susan Weiland, Andreas Hirtreiter und Tobias Schlierf meisterhaft gesungenen Texte basieren auf mittelalterlicher Lyrik in provencialischer, lateinischer, sowie alt- und mittelhochdeutscher Sprache. Als Rahmenhandlung und immer wiederkehrendes Motiv für das Album werden neben den Bezügen zu unserer Gegenwart Vertonungen von Gedichten des vieldiskutierten französischen Schriftstellers Michel Houllebecq (Elementarteilchen, Ausweitung der Kampfzone) dienen. Neben Sabine und Ernst werden wir auf dem Album dann verschiedene Solisten an Fidel, Drehleier, Harfe und Gitarre, sowie auch DJs an den Turntables zu hören bekommen, all das weist auf ein spannendes kommendes Werk hin.

Die CD-Single Omnis Mundi Creatura wartet mit vier Tracks auf, wobei die Titelnummer in einer längeren und einer kürzeren Version zu hören ist. Dazu kommen Minne und Treue und Fama Tuba, auch das Stücke, die auf das Album überaus neugierig machen. Wir hören den eingängigen Refrain nun ebenso wie das elektronisch-spielerische Experiment, Minne und Treue ist eher gelassen, melancholisch und getragen (wer Sabine singen hört, vergißt übrigens auch Qntal…), Fama Tuba ist dann hektischer, nervöser, in seiner Verbindung aus im Wechselgesang vorgetragenem lateinischem Text und der experimentell-wagemutigen Elektronik geradezu sensationell.

Wir aber finden erneut bestätigt, was wir seit Jahr und Tag immer wieder predigen: Ernst Horn, dieser klassisch ausgebildete Musiker ist eine der treibenden Kräfte in der hiesigen Musikszene, er sprüht vor Ideen, Einfällen und Abenteuerlust. Daß er dabei nicht ungenau, fahrig und/ oder unkonzentriert wird, sondern erstklassige Kompositionen und Produktionen einzuspielen Versteht, das ist für mich nach wie vor ein Phänomen. Mehr über diesen Mann und seine Musik dann zum Erscheinen des Helium Vola-Albums.

Wk


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